Neckarbischofsheim. (kel) Wenn alles wie am Schnürchen läuft, rund 800 Vorverträge unterschrieben sind, die Planungen voran kommen und die Bauarbeiter flott schaffen, dann könnten Neckarbischofsheim, Helmhof und Untergimpern in zwei Jahren komplett mit Breitbandanschlüssen ausgestattet sein. Mit dieser Zielsetzung sind die Breitbandversorgung Rhein-Neckar (BBV) und die Stadt in die Vermarktung der Verkabelung gestartet.

Bis 27. Oktober soll etwa jeder dritte Haushalt seine Anschlussbereitschaft bekundet haben – ansonsten steigt BBV aus dem Vorhaben aus, und die Stadt muss die Kabel selbst verlegen: „Das würde uns viel Geld kosten und noch etliche Jahre dauern“, hofft Bürgermeisterin Tanja Grether auf eine privatwirtschaftliche Umsetzung des Projekts.

BBV-Vertriebschef Wolfgang Ruh jedenfalls ist zuversichtlich, dass die angepeilte Anschlussquote, die den Investoren langfristigen Profit verspricht, geschafft wird, nachdem in Meckesheim, Eschelbronn, Daisbach, Neidenstein, Epfenbach und Helmstadt-Bargen die Hürde bereits genommen wurde. Ruhs Optimismus wurde am Donnerstagabend beim Blick in die Zehntscheune gestärkt: Die erste Infoveranstaltung fand vor vollen Rängen statt.

Das Unternehmen zieht alle Marketing-Register: Ein Infomobil ist in den Stadtteilen unterwegs, es gibt eine Beratungsstelle im Treffpunkt des Generationen-Netzwerks im alten Rathaus, und steht das zentrale BBV-Büro in Waibstadt als Anlaufpunkt zur Verfügung. Gleichzeitig hängen im Stadtgebiet viele Plakate, werden Handzettel verteilt und Vereine als Kooperations- und Werbepartner eingebunden.

2,4 Millionen Euro werde man in das Glasfasernetz investieren, erklärte Robert Link, Regionalleiter Vertrieb. Alle Straßen sollen komplett bedient werden, selbst wenn nur ein Haushalt einen Anschluss vorbestellen sollte. Bei der Akquise setzt BBV vor allem auf den Gratis-Anschluss bis ins Haus, der jenen zugesagt wird, die bis 27. Oktober unterschreiben.

Danach sind etwa 900 Euro fällig. Pro Haushalt muss mit Kosten von 100 bis etwa 400 Euro für Freischaltung, Anschlussgerät und interne Leitungsverlegung gerechnet werden. Die Monatstarife bewegen sich zwischen 20 und 55 Euro, abhängig davon, ob man nur telefonieren oder auch Internet und Fernsehen via Breitband nutzen will.

Mindestens 100 Mbit pro Sekunde garantiert BBV als Übertragungsrate, bis zu einem Gigabit sind möglich – Geschwindigkeiten, die aktuell kein anderer Anbieter erreicht.

Bürgermeisterin Grether ist von dem Projekt überzeugt: „Schnelles Internet ist als Wohn- und Wirtschaftsstandort im Wettbewerb mit anderen Kommunen heutzutage ein Muss.Wir sollten alle diese einmalige Chance nutzen“, sagte sie. Die Stadt wird ihre öffentlichen Gebäude komplett anschließen lassen.

https://www.rnz.de/nachrichten/sinsheim_artikel,-glasfasernetz-in-neckarbischofsheim-800-vorvertraege-sind-die-zielmarke-_arid,388075.html

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