Der geplante Glasfaserausbau ist aktuell ein Top-Thema in Bretten und wird von vielen Beteiligten bis hinein in den Familienkreis immer emotionaler und kontroverser diskutiert. Solange es beim Austausch sachlicher Argumente pro oder kontra Glasfaser bleibt, begrüßen wir als BBV diese Diskussion und das Nachdenken grundsätzlich. Wir wollen allerdings keinen Glaubenskrieg, der Familien, Freunde und Kollegenkreise spaltet. Damit ist niemandem gedient. Teilweise von wenig Kenntnis und Wissen geprägte, falsche oder persönlich motivierte Behauptungen, egal von welcher Seite vorgebracht, werden der eigentlichen Frage einer zukunftsfähigen Breitbandversorgung für Bretten nicht gerecht.

Worum ging es am Anfang eigentlich? Die BBV Rhein-Neckar hat der Stadt Bretten angeboten, ein vollständig mit eigenen Mitteln finanziertes Glasfasernetz zu bauen. Dieses ist kostenneutral für die Stadt sowie ihre Bürgerinnen und Bürger. Im Dezember 2015 wurde diesem Angebot in Bretten parteiübergreifend zugestimmt. Vorausgegangen war eine jahrelange Suche nach einer optimalen Versorgungslösung für die Stadt.

Es herrschte Konsens, dass bei nüchterner Betrachtung die Glasfaser die leistungsfähigste und zukunftssicherste Technologie für die Breitbandversorgung ist. Dies gilt nicht für Zwischenlösungen über Kupferleitungen wie DSL, VDSL oder Vectoring. Die Glasfaser ist kein Medium, wie etwa ein Kabelfernseh- oder Funknetz, bei denen sich Nutzer die vorhandenen Bandbreiten teilen müssen. Mit der Glasfaser erhält man echte garantierte Bandbreiten, kann sehr energieeffizient, wetterunabhängig, weitestgehend störungsfrei und abhörsicher telefonieren, ins Internet gehen, Daten abrufen und selbst Ultra HD-Fernsehen uneingeschränkt nutzen.

Grundsätzlich steht es jedem Haushalt und Gewerbetreibenden frei, ob man die Vorteile eines Glasfaseranschlusses für sich nutzen möchte oder nicht. Es gibt manche, die zum Beispiel für 20 € im Monat nur über die Glasfaser telefonieren wollen. Viele möchten für 40 € im Monat einen garantierten 100 Mbit/s Anschluss für die eigene digitale Zukunft nutzen. Und es gibt Haushalte, die dies alles für zu teuer halten und die mit ihrem heutigen Internetanschluss völlig zufrieden sind. Nur lassen Sie uns alle zur Sachlichkeit und einer offenen Diskussionskultur zurückfinden.

Vielleicht hilft es bei der eigenen Entscheidung einmal über das Beispiel Straßenverkehr nachzudenken. Die Zahl der Fahrzeuge steigt jedes Jahr und die Zahl der Staus nimmt zu. Die Folge sind immer vollere Straßen. Der bisher gewohnte DSL-Anschluss ist dabei durchaus mit einer Landstraße vergleichbar, auf der man Jahr für Jahr langsamer vorankommt. Die Glasfaser hingegen ist eine leistungsfähige vierspurige Autobahn, die sich bei Bedarf jederzeit um weitere Fahrspuren erweitern lässt.  Eines ist heute schon absehbar: das schnelle Internet wächst jedes Jahr rasant. Es wird uns alle und unsere Kinder viel schneller überrollen, als wir es uns im Sommer 2016 vorstellen können.

Ihr Team der BBV Rhein-Neckar

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