Glasfaser und damit die Möglichkeit auf die schnellsten Internetverbindungen in jedes Haus – das wird in den nächsten zwei bis zweieinhalb Jahren Wirklichkeit in der Stadt Heidenheim. Oberbürgermeister Michael Salomo hat am vergangenen Donnerstag mit Vertreterinnen und Vertretern der Breitbandversorgung Deutschland (BBV) dazu den Kooperationsvertrag unterzeichnet. Der Gemeinderat der Stadt hatte vor wenigen Tagen auf Vorschlag des OB die Kooperation einstimmig bewilligt.

Die Stadt verpflichtet sich in dem Vertrag, die BBV beim flächendeckenden Glasfaserausbau über die Verwaltungsarbeit zu unterstützen; die BBV wiederum verpflichtet sich, eigenwirtschaftlich und ohne Steuergeld etwa 97 Prozent aller Gebäude im Stadtgebiet mit der Infrastruktur auszubauen, die die schnellsten Internetverbindungen am Markt möglich machen. Die Finanzierung des Ausbauvorhabens erfolgt ausschließlich durch private Mittel der BBV und ausdrücklich ohne genehmigungspflichtige Subventionen durch den Landkreis oder die Kommunen oder andre öffentliche Einrichtungen.

„Wir in der Stadt Heidenheim erhalten damit flächendeckend Daten-Autobahnen und verabschieden uns damit vom Flickenteppich mit Daten-Feldwegen“, sagte OB Michael Salomo. Der Ausbau mit Glasfaser garantiere im Stadtgebiet gleichwertige Lebensstandards in Sachen Kommunikation, erlaube synchrone Datenübertragungsraten und stelle deshalb einen Wettbewerbs- und damit Standortvorteil dar. Zugleich lege flächendeckendes Glasfaser einen weiteren Grundstein für den Erfolg des Smart City-Projekts. „Ich freue mich, dass wir mit der BBV eine verlässliche und seriöse Anbieterin gewonnen haben. Diese Chance sollten die Menschen in Heidenheim jetzt nutzen.“ Zumal die Stadt damit mehrere Millionen Euro spart, weil sie den Ausbau nicht selbst vornehmen muss und damit Steuergeld anderweitig verwenden kann.

Ende des ersten oder Anfang des zweiten Quartals will die BBV mit dem Ausbau beginnen. „Wir bauen auf jeden Fall aus, weil wir am Markterkundungsverfahren im Landkreis Heidenheim teilgenommen haben“, sagte BBV-Geschäftsführer Manfred Maschek. Die BBV investiert in Summe etwa 48 Millionen Euro in Heidenheim. Er betonte, dass die Menschen in Heidenheim – Privatleute wie die Unternehmerschaft – in der aktuellen Vorvermarktungsphase und bis Ende des Jahres die Möglichkeit auf einen kostenfreien Anschluss haben, der ansonsten etwa 2600 Euro kostet. Lediglich eine Aktivierungsgebühr von 100 Euro wird fällig.

„Wichtig für die Bürgerinnen und Bürger ist, dass sie jetzt in der Vorvermarktungsphase sparen können. Danach sind die Anschlüsse nicht mehr kostenlos“, sagte BBV-Landeskoordinatorin Sabine Schweiger. Das Unternehmen hat bereits mit dem landkreisweiten Ausbau der Glasfaserinfrastruktur im Neckar-Odenwald-Kreis und dem Main-Tauber-Kreis viel Erfahrung gesammelt.

Das Netz, das die BBV aufbaut, steht anschließend allen Telekommunikationsunternehmen zur Nutzung offen. Für den Ausbau in Heidenheim selbst werden Verlegungsarbeiten in allen Straßenzügen erforderlich. Wobei die BBV dabei bestehende Glasfaser entweder kauft oder mietet, bereits verlegte passende Leerrohre zum Einzug nutzt und keine bereits verlegte Glasfaser überbaut, um die Verlegungsarbeiten auf das notwendige Maß zu reduzieren.

Ungeachtet der Kooperation steht es allen Telekommunikationsunternehmen, die Glasfaser in Deutschland ausbauen, frei, in der Stadt Heidenheim weiterhin Lichtwellenleiter zu verlegen.

BIU: Heidenheims Oberbürgermeister Michael Salomo unterzeichnet den Kooperationsvertrag mit der BBV im Beisein von Kämmerer Guido Ochs (von links), BBV-Landeskoordinatorin Sabine Schweiger und BBV-Geschäftsführer Manfred Maschek. Foto: Stadt Heidenheim

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